Depesche aus der Demokratischen Republik Kongo: Hoffnung inmitten von Schmerz finden

Dr. Nene kam jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit am Panzi Hospital vorbei. Sie hatte die Geschichten über die Verbrechen gehört, die an den Frauen begangen wurden, die dort von Dr. Mukwege und den anderen Ärzten behandelt wurden. Sie wollte wissen, ob diese schrecklichen Geschichten wahr waren.

Sie forderte sich selbst heraus, um herauszufinden, was mit den in Panzi behandelten Frauen wirklich geschah. 

Dr. Nene wandte sich an die Ärzte des Panzi-Krankenhauses und bat sie, sie drei Monate lang ohne Bezahlung auszubilden. In diesen ersten Monaten erfuhr Dr. Nene die Wahrheit - die Frauen, mit denen sie in unserem Programm für Überlebende sexueller Gewalt (SSV) arbeitete, erzählten ihr von lebenden Albträumen - sexuelle Gewalt mit einem Ausmaß an Brutalität, das sie sich nicht vorstellen konnte und das sich niemand vorstellen sollte. Sie erzählte mir, dass die ersten Monate sehr schwer gewesen seien, psychologisch und emotional sehr schwierig. Damals sei niemand zum Psychologen gegangen, sagte sie. "Man konnte zwei Tage lang nicht schlafen, weil man diese Geschichten hörte und dachte: Oh, ich habe Schmerzen, mir geht es nicht gut, ich frage mich, warum. Vielleicht bin ich müde, vielleicht muss ich nur ein Medikament nehmen, damit ich schlafen kann.

Das Gespräch mit ihrem Mann half ihr weiter. Aber am hilfreichsten waren die Frauen selbst - Frauen, die unaussprechliche Grausamkeiten erlitten hatten und ihr dennoch jeden Morgen lächelnd und lachend am Tor begegneten und sie zur Arbeit begrüßten. Sie sagt, dass sie sich ein wenig schämte, weil sie sich diese Geschichten nur angehört hatte, während die Frauen sie durchlebt hatten und gestärkt aus ihnen hervorgingen. Wer war sie, dass sie sie im Stich ließ? Wenn sie auch nur einen Tag zu Hause blieb, fragten sie nach ihr. Wie konnte sie sie verlassen?

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